Auf einer Pressekonferenz im Pentagon am Freitagmorgen äußerte US-Kriegsminister Pete Hegseth eine gefährliche Drohung. In Bezug auf die Straße von Hormus – die Wasserstraße, durch die ein Fünftel des weltweiten Ölhandels verläuft und die der Iran seit Kriegsbeginn faktisch geschlossen hat – sagte Hegseth: „Wir haben für jede Option einen Plan. Wir arbeiten mit unseren Partnern in den anderen Behörden zusammen. Wir werden nicht zulassen, dass diese Meerenge umkämpft bleibt oder dass dort der Fluss von Handelsgütern stockt.“
Diese Ankündigung, vorgetragen mit der höhnischen Aggressivität, die Hegseths gesamtes Auftreten in diesem verbrecherischen Krieg kennzeichnet, kann nur eines bedeuten: Die Trump-Regierung bereitet die nächste und schlimmste Eskalationsstufe vor – eine Invasion mit US-Bodentruppen, um iranisches Territorium entlang der Straße von Hormus zu erobern.
Hegseth bedient sich einer Sprache, wie sie kein amerikanischer Kriegsminister (bzw. Verteidigungsminister) je zuvor in der Öffentlichkeit verwendet hat. „Kein Pardon, keine Gnade für unsere Feinde“, bellte er nicht nur einmal, sondern gleich mehrfach, wie eine Art Kriegsparole. Er schwor, den Feind zu jagen und zu töten, „ohne Entschuldigung, ohne Zögern, ohne Gnade“. Er verhöhnte „dumme Einsatzregeln“ und machte sich über Europäer lustig, die sich „an die Brust schlagen“. Er sprach von dem neuen Obersten Führer des Iran, der selbst verwundet und nach der Ermordung seines Vaters Ajatollah Khamenei eingesetzt wurde, als jemandem, der sich „unter die Erde verkriecht“, und fügte hinzu: „So verhalten sich Ratten.“ Er versprach „Tod und Zerstörung vom Himmel, den ganzen Tag lang“.
Das ist die Sprache der Nazis. Es ist die Sprache eines Regimes, das sich an Gewalt berauscht, das Leben seiner Opfer für unwert hält und die Bevölkerung auf Verbrechen von noch weit größerem Ausmaß vorbereitet. Wenn der selbsternannte „Kriegsminister“ offen damit prahlt, der Krieg werde „ohne Gnade“ geführt – eine Formulierung, die nach dem humanitären Völkerrecht eine Aufforderung zu Kriegsverbrechen darstellt –, dann beschreibt er nicht nur, was bereits geschehen ist. Er kündigt an, was noch kommen soll.
Es wird eindeutig eine Bodeninvasion des Iran vorbereitet. Was Hegseth in seinen Drohungen andeutete, wird in einem Leitartikel des Wall Street Journal vom Donnerstag offen ausgesprochen. Darin heißt es, dass „die Wiedereröffnung der Straße und die Einschränkung von Irans Vetomacht über den Schiffsverkehr nun ein Ziel sind. Mit der Weiterentwicklung des Konflikts müssen sich auch die Kriegsziele ändern.“
Die Logik der Eskalation
Das nun drohende Verbrechen ergibt sich direkt aus den katastrophalen Fehleinschätzungen, unter denen dieser völkerrechtswidrige Krieg begonnen wurde. Die Architekten der „Operation Epic Fury“ bildeten sich ein – oder behaupteten zumindest –, dass die Tötung des Obersten Führers Khamenei, die Zerstörung der konventionellen militärischen Kapazitäten Irans aus der Luft und der Aufruf an die Bevölkerung, die Regierung zu „übernehmen“, zum schnellen Zusammenbruch der Islamischen Republik führen würden. Die „Enthauptung“ des Regimes werde den Regimewechsel bringen. Der Krieg werde in wenigen Wochen vorbei sein.
Zwei Wochen nach Beginn des Kriegs ist das iranische Regime nicht gefallen. Die Revolutionsgarden haben nicht kapituliert. Iran hat mit Raketen und Drohnen in acht Ländern zurückgeschlagen. Der neue Oberste Führer hat die Anweisung gegeben, die Straße von Hormus geschlossen zu halten. Die globale Wirtschaftskrise, die durch die Schließung der Meerenge ausgelöst wurde, gerät außer Kontrolle. Der Ölpreis liegt inzwischen bei über 100 Dollar pro Barrel, und die Gas- und Lebensmittelpreise steigen. Die Internationale Energieagentur spricht von der größten Lieferunterbrechung in der Geschichte des globalen Ölmarkts.
Angesichts dieser von ihm selbst verursachten Katastrophe macht Trump keinen Rückzieher. Er eskaliert. Er verlangt die „bedingungslose Kapitulation“. Er maßt sich das Recht an, Irans nächsten Staatsführer auszuwählen. Und nun erklärt sein Kriegsminister, die Meerenge dürfe „nicht umkämpft bleiben“ – eine bürokratische Umschreibung für die Entscheidung, amerikanische Soldaten auf iranischem Boden töten und sterben zu lassen.
Der Bodenkrieg wird durch ständige Truppenverlegungen vorbereitet. Das Wall Street Journal berichtete am Freitag, dass rund 5.000 zusätzliche Marines und Seeleute in den Nahen Osten geschickt werden, ausdrücklich, um „Optionen für den Einsatz“ zu eröffnen, wie es ein von dem Blatt zitierter US-Beamter formuliert, und um die Voraussetzungen für weitere Truppenentsendungen zu schaffen.
Was eine Invasion bedeuten würde
Es gilt klar zu verstehen, was hier vorbereitet wird. Eine Bodeninvasion an der Küste des Iran wäre keine begrenzte oder eingrenzbare Operation. Sie wäre ein langwieriges und grausames Blutbad.
Das Australian Strategic Policy Institute (ASPI) hat am Freitag eine solche Operation mit der Gallipoli-Offensive von 1915 verglichen – ein Großangriff alliierter Truppen unter Führung Großbritanniens auf das Osmanische Reich. Als es damals der Marine nicht gelang die Meerenge der Dardanellen freizukämpfen, wurde die Armee auf die Halbinsel Gallipoli geschickt. Das Ergebnis waren acht Monate Gemetzel, eine Viertelmillion Verluste bei den Alliierten und ein vollständiger Rückzug, ohne dass etwas erreicht worden wäre. Die Verteidiger, die auf eigenem Boden kämpften, erwiesen sich als unüberwindbar.
Die Einschätzung des australischen Instituts zu einer ähnlichen Operation an der Straße von Hormus ist vernichtend. Es wäre „Gallipoli hoch zehn, mit dem Unterschied, dass die Iraner sich jederzeit auf innere Verteidigungslinien zurückziehen könnten“. Die iranische Küstenlinie, von der aus die Meerenge beherrscht wird, erstreckt sich über mehr als 150 Kilometer – dreimal so lang wie die Gallipoli-Halbinsel – und wird von Bergen gesäumt, die in die Tiefe gestaffelte Verteidigungsstellungen ermöglichen. „Es gibt keine verteidigungsfähige Linie, die US-Truppen jemals sichern könnten“, schreibt das ASPI.
Iran hat sich 40 Jahre lang auf einen solchen Kampf vorbereitet. Die Revolutionsgarden haben die Küste mit Anti-Schiff-Raketenstellungen, Drohnenabschussrampen, Minenlegeeinrichtungen und Stellungen für Hunderte von Schnellbooten befestigt, die das Rückgrat seiner Küstenverteidigung bilden. Sie haben 20.000 Marineangehörige in der Region der Straße stationiert, darunter 5.000 Soldaten. Sie haben in Übungen speziell die Abwehr einer Landung mit Amphibienfahrzeugen trainiert. Bandar Abbas – das Zentrum der iranischen Marineoperationen, eine Stadt mit einer halben Million Einwohner – liegt direkt an der Meerenge.
Ein amerikanischer amphibischer Angriff wäre einer Kombination aus Unterwasserminen, Bootsangriffen vom Wasser her und Anti-Schiff-Raketen sowie Drohnen vom Land her ausgesetzt. Die Soldaten, die die Landung überleben, hätten es anschließend mit einem zeitlich unbegrenzten Bodenkrieg zu tun – mit Sprengfallen, Guerillaüberfällen, Drohnenschlägen, Artillerie aus Stellungen weiter im Landesinneren – gegen Truppen, die jeden Bergrücken, jede Straße und jeden Tunnel kennen und aus einem Land mit 90 Millionen Einwohnern verstärkt werden können.
Um diese Küstenlinie zu halten, wären Zehntausende, möglicherweise Hunderttausende Soldaten nötig. Die Verluste – beim ersten Angriff, in der anschließenden Besatzung und bei der unvermeidlichen Ausweitung der Operation, sobald sich jedes „begrenzte“ Ziel als unzureichend erweist – wären verheerend. Sie würden nicht mehr in Dutzenden Gefallenen gemessen wie bisher, sondern in Hunderten, in Tausenden – auf einem Niveau, wie es die amerikanische Bevölkerung seit Vietnam nicht mehr erlebt hat.
Und das wären nur die amerikanischen Verluste. Die Zahl der iranischen Toten, die durch den Luftkrieg bereits jetzt in die Tausende geht – darunter mindestens 175 Kinder, die bei einem einzigen Angriff auf eine Grundschule in Minab verbrannten –, würde sich vervielfachen. Hegseth hat offen gesagt, was zu erwarten ist. „Keine Gnade“ und „kein Pardon“. „Tod und Zerstörung vom Himmel, den ganzen Tag lang.“
Die größere Katastrophe
Eine Invasion mit Bodentruppen würde den gesamten Nahen Osten in Brand setzen und sich zu einem globalen Konflikt ausweiten. Israel dehnt den Völkermord in Gaza bereits auf einen Bombenkrieg gegen den Libanon aus, mit Hunderten von Toten und Hunderttausenden Vertriebenen. Die europäischen imperialistischen Mächte haben Kriegsschiffe entsandt, um die Straße von Hormus zu patrouillieren.
Iran hat US-Basen und Infrastruktur in acht mit den USA verbündeten Ländern angegriffen. Eine Landung auf iranischem Boden würde verstärkte ballistische Raketenangriffe auf US-Stützpunkte auslösen, vermehrte Angriffe der Hisbollah auf Israel, Angriffe der Huthi auf die Schifffahrt im Roten Meer und direkte Schläge gegen die Erdölinfrastruktur der Golfmonarchien. Der Ölpreis könnte auf 150 oder 200 Dollar pro Barrel treiben und die Weltwirtschaft in eine Rezession stürzen.
Und hinter all dem lauert die schlimmste Gefahr von allen. Die Trump-Regierung hat es abgelehnt, den Einsatz von Atomwaffen gegen Iran auszuschließen. Die sogenannten „taktischen“ Atomwaffen – oder bunkerbrechende Bomben wie die B61-11, die für stark geschützte, unterirdische Ziele wie Irans tief im Boden liegende Atomanlagen ausgelegt sind – haben eine Sprengkraft im Bereich von Dutzenden oder Hunderten Kilotonnen und sind damit um ein Vielfaches stärker als die Bombe, die Hiroshima zerstörte.
Ein Präsident, der einen Krieg „ohne Gnade“ führt, dessen Kriegsminister damit prahlt, „maximale Befugnisse“ zum Töten zu erteilen, ein Präsident, der jede Norm des Völkerrechts und der demokratischen Ordnung zertrümmert hat – ein solcher Präsident wird niemals das nukleare Tabu respektieren, das seit 1945 Bestand hatte.
Seit dem ersten Golfkrieg 1990–1991 führen die Vereinigten Staaten ununterbrochen Krieg. Gestützt auf ein marxistisches Verständnis der Widersprüche des US- und des Weltimperialismus analysiert David North die Militärinterventionen und geopolitischen Krisen der letzten 30 Jahre.
Der Einsatz von Atomwaffen, einst undenkbar, ist zu einer realen Möglichkeit geworden – durch eine Regierung die das Leben von Iranern wie von Arbeitern überall auf der Welt für wertlos hält und keine rechtlichen Schranken kennt.
Stoppt den Krieg – baut eine Bewegung der Arbeiterklasse auf
Die Demokratische Partei in den USA wird dieses Verbrechen nicht stoppen. Sie hat den Krieg finanziert.
Im Februar sorgten 21 Abgeordnete der Demokraten im Repräsentantenhaus für die entscheidende Mehrheit, um ein Regierungsbudget von 1,2 Billionen Dollar zu verabschieden. Damit wurde das Militär bis September 2026 finanziert. Die Abstimmung ging 217 zu 214 aus, just in dem Moment, als Trump seine militärischen Ressourcen im Nahen Osten massiv aufstockte. Die Parteiführung der Demokraten hat ihre Kritik auf Fragen des Verfahrens und der „Form“ beschränkt –höfliche Einwände von Politikern, die die strategischen Ziele des Kriegs teilen und nur die politischen Folgen fürchten, wenn sie mit seinem Scheitern in Verbindung gebracht werden. Wie Drop Site News berichtete, war ein erheblicher Teil der Senatoren der Demokraten der Ansicht, Iran müsse „letztlich militärisch angegangen werden“ – „genau deshalb wollten sie, dass Trump derjenige ist, der es tut“.
Der Krieg wird nicht von den Institutionen der bürgerlichen Politik gestoppt werden, die in ihn verstrickt sind. Er wird durch den organisierten Widerstand der Arbeiterklasse gestoppt werden.
Die World Socialist Web Site und das Internationale Komitee der Vierten Internationale warnen und rufen zum Widerstand auf: Ein furchtbares Verbrechen wird vorbereitet. Der Einmarsch im Iran wird ein Blutbad von Ausmaßen hervorbringen, wie man es seit einer Generation nicht mehr erlebt hat. Das muss verhindert werden.
Die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs – explodierende Spritpreise, steigende Lebensmittelkosten, die Umleitung von einer Milliarde Dollar täglich weg von sozialen Bedürfnissen, hin zur Militärmaschinerie – werden unmittelbar auf die Schultern der arbeitenden Bevölkerung abgewälzt. Die Soldaten, die an der Küste des Iran in den Tod geschickt werden sollen, sind die Söhne und Töchter der Arbeiterklasse.
Der Zusammenhang zwischen dem verbrecherischen Krieg im Ausland und der sozialen Krise im Inland hat nichts Abstraktes. In den Monaten und Wochen vor dem Angriff auf den Iran hatte die Trump-Regierung amerikanische Städte mit Beamten der Einwanderungsbehörde ICE geflutet und US-Bürger töten lassen.
Die Eskalation des Kriegs gegen den Iran wird zwangsläufig eine Verschärfung der Angriffe auf demokratische Rechte in den Vereinigten Staaten selbst mit sich bringen. Die gesamte amerikanische Gesellschaft wird den Anforderungen des Kriegs untergeordnet werden. Das bedeutet einen enormen Angriff auf Sozialprogramme und die Kriminalisierung politischer Opposition.
In der Bevölkerung gibt es eine tief verwurzelte Opposition gegen den Krieg. Diese Opposition muss organisiert und politisch angeleitet werden.
Die WSWS ruft Arbeiter auf, in ihren Betrieben, Schulen und Stadtteilen gegen den Krieg zu mobilisieren. Bildet Aktionskomitees an der Basis, unabhängig von der Gewerkschaftsbürokratie, die sich in schändliches Schweigen geflüchtet hat. Verbindet den Kampf gegen den Krieg mit dem Kampf für anständige Löhne, Gesundheitsversorgung, Wohnraum und Bildung – die sozialen Rechte, die auf dem Altar des imperialistischen Kriegs geopfert werden. Weist beide Parteien des amerikanischen Kapitalismus zurück, die erneut gezeigt haben, dass sie den Interessen der herrschenden Klasse dienen, nicht den Bedürfnissen der Bevölkerung.
Der Kampf gegen den Krieg ist ein Kampf gegen das kapitalistische System, das ihn hervorbringt. Der Sozialismus ist kein utopisches Ideal. Er ist eine Frage des Überlebens.
