„Vaterland“: ein bewegender Film über Thomas Manns Reise nach Deutschland 1949

Der Film geht unter die Haut. In der Schlussszene sitzen Thomas Mann und seine Tochter Erika im Jahr 1949 allein auf der Bank in einer zerbombten Kirchenruine. Die Orgel, als Sinnbild für Kultur, ist nicht ganz zerstört. Mechaniker versuchen sie in Gang zu setzen. Zaghaft ertönt die Musik von Johann Sebastian Bach. Thomas Mann ist tief ergriffen und hat Tränen in den Augen.

Betroffen und in Gedanken versunken, bleiben viele Kinobesucher sitzen, bis die letzte Zeile des Abspanns verschwunden und der letzte Ton verklungen ist.

Sandra Hüller als Erika und Hanns Zischler als Thomas Mann [Photo by Agata Grzybowska]

„Vaterland“, der neue Schwarz-Weiß-Film des polnischen Regisseurs Pawel Pawlikowski, ausgezeichnet bei den diesjährigen Festspielen in Cannes für die beste Regie, erzählt von der ersten Reise Thomas Manns nach dem Zweiten Weltkrieg in sein Heimatland Deutschland. Der Dichter unter anderem der Romane „Buddenbrooks“, „Zauberberg“ und „Doktor Faustus“ war 1933 von den Nazis vertrieben worden, ist nach langem Exil in Kalifornien während der McCarthy-Verfolgungen wieder nach Europa zurückgekehrt. Er starb 1955 in Zürich in der Schweiz.

Im Jahr 1949 begeben sich Thomas Mann (Hanns Zischler) und seine Tochter, die Schauspielerin, Autorin und Kabarettistin Erika (Sandra Hüller), auf eine Fahrt von Frankfurt a.M. in der amerikanischen Besatzungszone bis ins sowjetisch kontrollierte Weimar. Während der Fahrt in einem schwarzen Buick, einer amerikanischen Limousine, durch das geteilte Deutschland, blicken sie auf verlorene Menschen in Ruinen, auf Grenzzäune und Absperrungen bei der Überquerung in die andere Zone im Osten.

Der Literaturnobelpreisträger und Emigrant Thomas Mann, der während des Kriegs über Radioansprachen im BBC die deutsche Bevölkerung zum Widerstand gegen den Faschismus aufgerufen hatte, wird beklatscht und zugleich misstrauisch beäugt. Man versucht eifrig, sich als vom Nazi-Regime geläutert darzustellen und ihn für politische und kulturelle Zwecke zu vereinnahmen. Zum 200-jährigen Goethe-Jubiläum lässt man ihn auf beiden Seiten der innerdeutschen Grenze eine Rede halten und ehrt ihn mit einem Goethe-Preis in West und Ost.

Der Titel „Vaterland“ wirft viele Fragen auf.

In einem Prolog drückt Klaus Mann seine Verzweiflung über Deutschland aus, dessen Kultur den Rückfall in die Barbarei nicht verhindert hat. Die Reise selbst beginnt mit einer Fahrt durch die Trümmerlandschaft eines zerstörten Landes und einer traumatisierten Bevölkerung. Als Erika gegen Ende des Films sagt: „Ich will nach Hause“, antwortet Thomas Mann: „Wo ist das?“

Aber der Reihe nach:

In einem Hotelzimmer in Cannes sitzt Klaus Mann, Thomas Manns ältester Sohn, neben seinem Bett auf dem Boden und telefoniert mit seiner Schwester Erika, die von der geplanten Reise nach Deutschland berichtet. Darauf Klaus mit monotoner Stimme: „Ich hab‘ mir geschworen, nie wieder Deutschland. Das ist ein schreckliches Land mit schrecklichen Menschen, mit einer Sprache, die eigentlich geschaffen wurde zum Lügen. Und mein Vater ist jetzt der Meister darin. Warum hat er dieser Reise eigentlich zugestimmt? Die haben alles kurz und klein geschlagen, und jetzt soll er ihnen helfen, ihr Gewissen zu erleichtern? Er macht sich doch zum Affen.“

Sollen wir es nicht wie die anderen machen, beispielsweise Stefan Zweig oder Ernst Toller, fragt Klaus weiter und deutet auf deren Selbstmord nach Hitlers Machtübernahme. Einen Moment lang herrscht Stille am anderen Ende der Leitung. Danach die dringende Bitte Erikas an ihren Bruder, bei der Reise mitzukommen. Klaus antwortet ausweichend. Er wolle es überlegen, und wenn, dann nur aus Liebe zu ihr.

Kurz nach Ankunft in Frankfurt erfahren Erika und Thomas Mann, dass Klaus mit einer Überdosis Schlaftabletten Selbstmord begangen hat.

Die Chronologie der Ereignisse ist zum Teil fiktiv. Die Reise nach Deutschland im Juli 1949 führte Thomas Mann in Wirklichkeit mit seiner Frau Katia durch, Erika weigerte sich, an dieser Reise teilzunehmen, und der Selbstmord von Klaus ereignete sich bereits drei Monate zuvor.

Pawlikowski erklärte, er habe von vorneherein keinen biographischen Film zu Thomas Mann drehen wollen. Er und sein Team hätten sich solche fiktiven Freiheiten genommen, „um das Persönliche und das Historische auf ergreifende und sich gegenseitig bereichernde Weise miteinander zu verbinden“. Dabei hätten sie sich „bemüht, der emotionalen und intellektuellen Wahrheit der Geschichte treu zu bleiben“.

Dies ist ihm durchaus gelungen. Die enge Verflechtung des tragischen Tods von Klaus Mann mit der Reise seines Vaters und seiner Schwester Erika nach Deutschland erzeugt gleich zu Beginn des Films einen Spannungsbogen, ausgehend von zwei Gegenpolen: der tiefen Demoralisierung unter Künstlern, verkörpert durch Klaus Mann, und der Haltung Thomas Manns, der zunächst ebenfalls einen Bogen um Deutschland machte, aber einen Weg suchte, die deutsche Sprache und Kultur aus dem Schmutz der faschistischen Barbarei zu befreien, um sie zu Grundlage für einen Neubeginn und eine demokratische Zukunft zu machen. Hier besteht auch die Verbindung zu Goethe und dessen Humanismus und weltbürgerlichen Ideen.

Goethe kennt keine Zonen und Grenzen

In Frankfurt gibt es bei der Ankunft der Manns nicht nur Beifall, sondern auch Pfiffe. Sie sind mit denjenigen konfrontiert, die sich von ihrer Nazi-Vergangenheit reinwaschen wollen, und anderen, die ihnen vorwerfen, sich im Ausland in Sicherheit gebracht zu haben, statt 1933 in die „innere Emigration“ zu gehen und die Leiden des deutschen Volks vor Ort lindern zu helfen. In einer Pressekonferenz werfen ihm Journalisten zudem vor, dass er in die „Ostzone“ nach Weimar reisen wolle.

Thomas Mann kontert, Goethe habe vor allem in Weimar geschrieben und keine Zonen oder Grenzen gekannt.

Beim Empfang trifft er auf die beiden Enkel des Komponisten Richard Wagner, Wolfgang und Wieland, die ihn auffordern, ein gutes Wort beim bayrischen Kultusminister für die Wiederaufnahme der Bayreuther Festspiele und die Instandsetzung des Festspielhauses einzulegen. Diese hatte ihre Mutter, die fanatische Hitler-Verehrerin Winifred Wagner, zur Nazi-Hochburg gemacht, zu „Hitlers Hoftheater“, wie es Thomas Mann einmal formulierte. Ab 1933 hatten jüdische Musiker, Dirigenten und Sänger Auftrittsverbot, und in den Jahren 1940 bis 1944 veranstaltete hier die Nazi-Organisation „Kraft durch Freude“ sogenannte Kriegsfestspiele.

Thomas Mann antwortet Wolfgang und Wieland knapp und bestimmt: Wagners Musik werde auch unabhängig von ihren Bemühungen Bestand haben. Ansonsten sei er dafür, dass „Bayreuth dem Erdboden gleichgemacht“ und „Eurer Mutter der Prozess gemacht“ werde.

Und als Erika ihren früheren Ehemann Gustav Gründgens (Joachim Meyerhoff) trifft, der seine Kollaboration mit den Nazis damit rechtfertigt, er sei eben Schauspieler, ohrfeigt sie ihn und lässt ihn stehen. Einer amerikanischen Freundin von Associated Press, die schockiert zusammenzuckt, sagt sie: „Jemand musste es tun“ („Someone had to do it“).

Im Osten, wo man Thomas Mann mit einem inszenierten Jubelchor im Stil stalinistischen Personenkults empfängt und ihm spontane Menschenansammlungen zugleich viel Sympathie entgegenbringen, möchte man ebenfalls den berühmten Schriftsteller in die Kulturpolitik einbinden. Der einstige Schriftstellerkollege aus der Weimarer Zeit, der expressionistische Dichter Johannes R. Becher, Präsident des Kulturbundes und erster Kulturminister der 1949 gegründeten DDR, versucht vergebens, Mann für eine Mitarbeit in der SED-Bürokratie zu gewinnen. Der sowjetische Generalmajor Tulpanow, der den Begleitschutz für Thomas und Erika Mann während ihres Aufenthalts spielt, versucht ihn bei Wodka und Wein in ein Gespräch über Goethe und Marx zu verwickeln.

Als Erika und Thomas Mann am Vorabend der Preisverleihung gemeinsam in ihrem Hotelzimmer sind, tritt ein Mann ein und berichtet, dass im Lager Buchenwald nicht nur ehemalige Nazis interniert werden, sondern auch andere politische Gefangene. Sofort wird er von Sicherheitsbeamten abgeführt.

Thomas Mann verweigert sich den Avancen der stalinistischen Funktionäre. Im Hotelzimmer reicht er Erika ein Wodka-Glas mit sarkastischem Lachen. Dies sei Stalins Lieblingsgetränk gewesen, als er mit dem englischen Premier Churchill zusammensaß, um Europa aufzuteilen. Erika legt ihren Kopf wehmütig auf seinen Schoß, sagt: „Ich möchte nach Hause.“ Darauf ihr Vater: „Wo gibt es ein Zuhause?“

Thomas Mann verabschiedet sich am Ende höflich, lobt Johannes Bechers Verlagsprojekt einer Gesamtausgabe der Bücher von Klaus Mann, die die westdeutschen Verlage bis dahin nicht drucken wollten, und stoppt auf der Rückfahrt spontan an der Kirchenruine.

Die Sackgasse des Nationalismus – damals und heute

Bei der Pressekonferenz in Cannes sagte Pawlikowski, „Vaterland“ sei sein persönlichster Film. In einigen Interviews erwähnt er seine eigene Familiengeschichte, die ihm die Erfahrungen der Familie Mann mit den Wirren der europäischen Geschichte, des Kriegs und des Exils vertraut machten.

1957 in Warschau geboren, verließ Pawlikowski mit 14 Jahren mit seiner Mutter Polen, lebte danach in Deutschland, Italien und ab 1977 in Großbritannien. Hier studierte er Literatur und Philosophie und arbeitete später als Dokumentarfilmer für die BBC. In seinen späteren Spielfilmen fließen seine persönlichen Wechsel zwischen Ost und West ein, vor allem im oscarprämierten Film Ida (2013) und in COLD WAR – Der Breitengrad der Liebe (2018), der den Preis für beste Regie in Cannes, sowie fünf Europäische Filmpreise erhielt. Heute lebt er wieder in Warschau.

Sein Vater und seine Großmutter, beide Ärzte, waren Juden. Die Großmutter wurde in Auschwitz ermordet, wie Pawlikowski erst spät erfahren hat. Sein Vater Wiktor habe sich immer als einen säkularen Juden, Atheisten, Humanisten und Freidenker bezeichnet. Nach dem Krieg hatte er wieder in Warschau Fuß gefasst, aber als nach den Märzunruhen 1968 die stalinistische polnische Regierung antisemitische Tendenzen förderte, verließ er Land und Familie, was für seinen Sohn ein schwerer Schlag war.

Seinen Film „Vaterland“ will Pawlikowski jedoch auch aus einem weiteren Grund als seinen persönlichsten Film sehen, wie er in einem Interview mit dem Cineville-Magazin betont.

Mit Verweis auf den Gemütszustand von Klaus Mann zu Beginn des Films, erklärt er: „Ich glaube, viele Menschen empfinden gerade etwas Ähnliches. Eine Ohnmacht, ein Unbehagen. Das Gefühl, dass wir in einer Sackgasse stecken.“ Zugleich fühle er mit Thomas Mann, „der im Film gar nicht so viel älter ist als ich“, und der versuche, die neue Welt zu verstehen, an der Klaus Mann scheitert. „Aber diese Welt bewegt sich in eine völlig andere Richtung, worauf er keinen Einfluss hat.“

Manns Rückkehr nach Deutschland 1949, so Pawlikowski, habe „offensichtliche Parallelen zur heutigen Zeit. Das alte Paradigma ist tot, die alten Regeln gelten nicht mehr, und an deren Stelle entstehen zwei krude, sich gegenseitig ausschließende Narrative. Narrative, die alles verallgemeinern, die den Sauerstoff aus der Luft ziehen, die einen in die Ecke drängen und dazu nötigen, Partei zu ergreifen und es langsam unmöglich machen, klar zu sehen und frei zu sprechen.“

Auch Erika-Darstellerin Sandra Hüller bezieht den Film auf die Gegenwart. In „Vaterland“ gehe es darum, „eine Haltung gegenüber der Welt einzunehmen“, sich nicht von „persönlichem Leid unterkriegen“ zu lassen und an seinen Ideen festzuhalten. „Ich denke, der Film erinnert uns daran, dass es tatsächlich möglich ist, Rückgrat zu zeigen.“

Bemerkenswert ist auch, dass „Vaterland“ als polnisch-deutsch-italienisch-französische Koproduktion entstanden ist und zugleich auf große Resonanz stößt. Gerade in diesen Ländern erstarken heute nationalistische und rechtsextreme Kräfte, während sich das politische Establishment immer weiter nach rechts bewegt. Dass ein internationales Filmteam in dieser Situation die Erfahrungen von Faschismus, Krieg, Exil und der Zerstörung der europäischen Kultur zum Gegenstand eines großen Spielfilms macht, trifft offenkundig auf ein tiefes Bedürfnis, sich mit diesen historischen Fragen auseinanderzusetzen. Das wachsende Interesse an solchen Stoffen verweist darauf, dass viele Menschen angesichts von Militarismus, Rechtsentwicklung und gesellschaftlicher Krise in Geschichte und Kultur nach Orientierung und Antworten suchen.

Kultur contra „völkische Naturromantik“ und „Kriegstüchtigkeit“

In seiner Festrede am 25. Juli 1949 in der Frankfurter Paulskirche und später am 1. August im Weimarer Nationaltheater erklärte Thomas Mann: „Ich kenne keine Zonen“ und machte deutlich, dass er weder ein westdeutscher noch ein ostdeutscher, sondern ein deutscher Schriftsteller sei, dessen eigentliche Heimat die „freie, von Besatzungen unberührte deutsche Sprache“ sei.

Goethe sei das Gegenbild zu Hitler, er stehe für Bildung, Humanität, Weltbürgertum und geistige Freiheit – Hitler dagegen für Nationalismus und Barbarei.

Der 1875 geborene Thomas Mann hatte sich vom nationalkonservativen Bildungsbürger der Kriegsjahre während der Weimarer Republik weit nach links entwickelt. Unter dem Eindruck der politischen Katastrophen seiner Zeit setzte er sich zunehmend kritisch mit seinen eigenen früheren Positionen auseinander. Er gelangte zu der Einsicht, dass das Bürgertum, dem er selbst entstammte, Demokratie, Frieden und Kultur nicht verteidigen konnte, und wandte seinen Blick immer stärker auf die Arbeiterbewegung. Bereits vor 1933 näherte er sich sozialistischen Vorstellungen an und sprach sich ausdrücklich für Arbeiterregierungen und eine „soziale Demokratie“ aus.

Für das „politische und soziale Leben“, so Thomas Mann, könne „die nationale Idee heute die Führung, die Zukunft nicht mehr für sich in Anspruch nehmen“. Die Zeit ihrer historischen Sendung sei das 19. Jahrhundert gewesen. „Es ist eine Idee der Vergangenheit und nicht der Zukunft.“ Jeder Mensch „von Gefühl und Verstand“, sagt er weiter, wisse, dass „die Völker Europas heute nicht mehr einzeln und abgeschlossen für sich zu leben und zu gedeihen vermögen, sondern dass sie aufeinander angewiesen sind und eine Schicksalsgemeinschaft bilden, …“

Er verurteilt die „völkische Naturromantik“, die Kriegstreiberei und das Argument der „Kriegstüchtigkeit“ – das somit nicht eine Wortschöpfung eines heutigen Verteidigungsministers ist.

Und zur Behauptung der bürgerlichen Parteien in der Weimarer Republik, sie würden die Demokratie vertreten, sagt Thomas Mann: „Nein, die Demokratie ist nicht verwirklicht, die soziale, in der die Völker zu leben wünschen, während ihre Regierungen es im Namen des Vaterlandes hintertreiben. Ein anderer Völkerbund wäre nötig als der Genfer: ein Bund der Völker gegen ihre Regierungen, die ihren Friedenswillen nicht ausführen; und der bürgerlich geborene geistige Mensch muss sich heute sagen, dass, wenn in den Hauptstaaten Europas heute Arbeiterregierungen an der Spitze stünden statt bürgerlicher oder feudaler, der Erdteil ein gutes Stück weiter, als es leider Fall ist, auf dem Wege der Ordnung, Vernunft und Gesundung vorangeschritten wäre.“

Mit der heutigen Kriegsentwicklung und dem Aufstieg nationalistischer und faschistischer Tendenzen werden diese Worte wieder hochaktuell.

Im vergangenen Jahr nahmen Politiker der Regierungsparteien den 150. Geburtstag Thomas Manns zum Anlass, um ihre eigene Rückkehr zu Krieg und Faschismus mit demokratischen Phrasen zu bemänteln und dabei Thomas Mann zu verfälschen.

Bei der Eröffnung der Jubiläumsausstellung in Manns Heimatstadt Lübeck mit dem Titel „Meine Zeit. Thomas Mann und die Demokratie“ erklärte Bundespräsident Walter Steinmeier (SPD) den Schriftsteller zum Verteidiger der „Weimarer Demokratie“ und zum Vorbild heutiger angeblicher „Demokraten“, während der Verteidigungsminister Boris Pistorius, ebenfalls SPD, landauf landab für die „Kriegstüchtigkeit“ trommelt, die Thomas Mann so scharf gegeißelt hatte.

Thomas Mann würde auch heute nicht auf der Seite der Bundestagsparteien stehen, die wieder Aufrüstung, Krieg und soziale Zerstörung im Namen von Demokratie und Verteidigung des „Vaterlands“ betreiben.

Das Vermächtnis von Thomas Mann liegt voll und ganz in den Händen von Arbeitern international und ihrem Kampf für eine sozialistische Gesellschaft, dem sich der Schriftsteller in den letzten Lebensjahren hingezogen gefühlt hatte.

Thomas Mann wurde kein revolutionärer Sozialist. Aber seine Erfahrungen mit Weimar, Faschismus und Krieg führten ihn zu der Einsicht, dass die Verteidigung von Demokratie, Kultur und Frieden nicht dem Bürgertum überlassen werden konnte. Gerade darin wurde er zu einem der weitestblickenden Vertreter seiner eigenen Klasse. Sein fortschrittliches kulturelles und antifaschistisches Vermächtnis kann heute nur von der internationalen Arbeiterklasse verteidigt und weiterentwickelt werden.

Der Film „Vaterland“ von Pawel Pawlikowski ist ein Filmkunstwerk, das seine Zuschauer auf bewegende Weise zum Nachdenken anregt.

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